Mama mag

    Hey Boy.

    In den letzten Tagen dominiert eine Diskussion die Medien. Eine Diskussion in unfassbar vielen Facetten und Ausprägungen. Es fallen Worte wie „Macho“, „Toxische Maskulinität“, „Chauvinismus“ – aber auch „gesellschaftliche Entwicklung“ und „Zeitgeist“.

    Auslöser dazu ist ein Film.

    Zwei Minuten lang sehen wir sehr wahrheitsgetreue Bilder: Jungs die Jungs verprügeln und andere Kinder in sozialen Medien terrorisieren, Frauen die sexuell belästigt werden und im Job von männlichen Führungskräften herabgewürdigt werden – heute und gestern. 

    „Is this the best a man can get?” 

    Gillette sagt nein und beweist damit wirklichen Mut. Denn Gillette, eine Firma die ein Produkt verkauft, das mit dem Bart einen so offensichtlichen Teil der Männlichkeit im Fokus hat, versucht ihre Zielgruppe aufzurütteln. Natürlich sind die Botschaften einer Marke nie von ihren wirtschaftlichen Interessen zu trennen – aber die Unterstellung, dass Gillette hier nur auf einen Zug aufspringt ist falsch. Diese Kampagne ist so polarisierend wie nur möglich und an den Kritikern die jetzt tatsächliche ihre Stimmen erheben erkennt man, warum genau so eine Kampagne unfassbar wichtig ist. 

    Es wird nicht nur kritisiert, dass das Männerbild „durch den Dreck“ gezogen würde, sondern auch, dass so ein Film ja natürlich von einer Frau gemacht werden musste. Männer, die ein solches Männerbild leben oder sich von einer Debatte um Maskulinität derartig angegriffen fühlen schicken nun regelrechte Tiraden der Selbstverteidigung durch die sozialen Medien. Männer sind halt Männer.

    „Boys will be boys“

    Dieser Satz ist dabei verstörend präsent. Und diesen Satz hört man auch im Spot. Dort fühlt er sich fast wie ein Mantra an. Doch ist es ein Mantra das vertuschen soll, wie die Realität aussieht? Ist es eine Rechtfertigung dafür, dass die kommenden Generationen Männer weiterhin dazu erzogen werden, dass sie das vermeintlich starke Geschlecht sind und eine Dominanz über Mädchen, Frauen und Schwächeren völlig ok ist? Ist es einfach traurig?
    Ja, das finde ich.

    Es ist traurig, dass der Alltag vieler Menschen überschattet ist von Vorfällen die man, mit Verlaub, durch ein schulterzuckendes „Boys will be Boys“ entschuldigen und verharmlosen kann. 

    Daher sage ich Danke. Danke, dass sich zu Zeiten von #metoo, Harvey Weinstein, Bill Cosby, Kevin Spacey, R. Kelly … jemand der eben schon lange zu wissen behauptet, worum es sich beim Besten im Mann handeltin der Position sieht Aufzustehen und neben den Betroffenen laut in die Welt hinaus zu rufen, dass so ein Verhalten absolut nicht ok ist und es unser aller Aufgabe ist die Männer der Zukunft wirklich zu dem Besten zu machen, was ein Mann sein kann. Wir sind in einer Zeit, in der dieses Thema nun endlich die nötige gesellschaftliche Aufmerksamkeit bekommt. 

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